Meisterwerkstatt für Orgelbau
Elmar Krawinkel & Sohn

Orgelneubau Arnum 2007

Ev.-luth. Friedens-Kirche

Orgel in der Friedens-Kirche - Arnum
Moderne Orgelarchitektur in modernem Kirchenraum
Orgel in der Friedens-Kirche - ArnumOrgel in der Friedens-Kirche - Arnum
Stilistisch angepasst an die Gesamtgestaltung der Kirche und
technisch ausgereift mit fallendem Wind aus der über Kopf angebrachten Windlade

 

Disposition der Orgel

I. Manual C - g'''
Principal8'
Rohrflöte8'
Octave4'
Quinta3'
Octave2'
Terz1 3/5'
Quinte1 1/3'
II. Manual C - g'''
Gedact8'
Salicional8'
Doppelflöte4'
Flageolet2'
Pedal C - f'
Subbaß16'
Principalbaß8'
Coppel II / Ped.
Spielhilfen
Coppel II / I
Coppel I / Ped.

Gedanken zur Konzeption des Orgelneubaus

Endlich hat die Arnumer Friedenskirche eine Orgel, die optisch, technisch und musikalisch dem architektonischen Rang des Kirchengebäudes und den kirchenmusikalischen Aufgaben entspricht.

Nach einer langen und intensiven Planungsphase steht das Werk nun vollendet da. Es ist ganz bewusst als Instrument für den Gottesdienst konzipiert. Konzertante Ambitionen standen hintan, weil der Etat größere Lösungen nicht hergab. Aber ein kleines, sehr gut klingendes Instrument ermöglicht doch mancherlei, das man ihm zunächst gar nicht zutrauen würde!

Zu dem Zeitpunkt, da diese Zeilen verfasst werden, erklingen die ersten Register, und es deutet sich an, dass das besondere Konzept für dieses Instrument offenbar aufgeht.

Die heikle Akustik der Kirche ist sehr höhenbetont und direkt, so dass es leicht geschehen kann, dass der "Sound" zu laut wird. Wir haben deshalb in der Disposition bewusst und unüblicherweise auf hohe Stimmen wie Mixtur, Scharff und Cymbel verzichtet und dafür den Grundstimmenbereich verstärkt.

Mehr als ein Drittel der 13 Register sind Grundstimmen - das wünschten wir Organisten uns bei vielen deutlich größeren Instrumenten ...

Vorbild für die Disposition waren die frühromantischen Orgeln der Region: Instrumente von Meyer, Furtwängler, Euler. Zu letzterem Orgelbauer hat die Firma Krawinkel ein besonderes Verhältnis, da sie quasi ein Nachfolgeunternehmen dieses Meisters aus dem Reinhardswald ist.

Es gibt zwei Grundprinzipien der Verteilung weniger Register auf zwei Manuale: Entweder sorgt man dafür, dass alle Registerfamilien "gerecht" verteilt werden. Das hat zur Folge, dass man ständig die beiden Klangebenen zusammenkoppeln muss und somit einen schweren Anschlag bekommt, da eben zwei Tasten gleichzeitig "ins Gewicht fallen".

Oder man konzipiert ein echtes "Hauptwerk" und fügt ihm ein "Nebenwerk" hinzu - die Alten im 19. Jahrhundert nannten dieses "liturgisches Clavier", da es die nötigen Klänge für leise Intonationen und Vorspiele bereitstellte und die kräftigere Choralbegleitung dann ohne stressiges Umregistrieren auf dem Hauptwerk bereit stand. Diese Lösung erschien uns viel überzeugender und ist gerade auch für nebenamtliche Organisten viel bedienungsfreundlicher.

So haben wir in Arnum ein gut besetztes Hauptwerk mit den für das Choralspiel so wichtigen Prinzipalstimmen, zu denen dann noch Quinte und Terz treten: Möglichkeiten für schöne Solofarben, die dann mit dem 2. Manual begleitet werden können.

Abgerundet wird das Hauptwerk mit einer edlen singenden Rohrflöte, die sowohl den Prinzipalchor als auch die Soloregister grundieren kann - und sogar als Solostimme zur Verfügung steht.

Die Quinte 1 1/3' ist sehr vielseitig: Sie ersetzt die fehlende Mixtur (die in dieser Kirche viel zu laut sein würde) und kann zugleich andere Registrierungen auf charakteristische Weise färben.

Das zweite Manual verzichtet auf Prinzipalregister und stellt stattdessen einem dunklen Gedackt ein streichendes Salicional gegenüber - beide Register zusammen bilden so eine Art "Echoprinzipal".

Eine kräftige Doppelflöte weist wieder auf das 19. Jahrhundert; es ist ein Holzregister mit zwei Labien und hat einen sehr intensiven warmen Klang. Eine helle Zweifuß-Flöte rundet den Klang nach oben hin ab.

Das Pedal bietet mit zwei tiefen Stimmen die pedaltypische Grundierung des Klanges; durch die Koppen zu beiden Manualen lässt sich der Klang dann nach Belieben auffüllen.

So kommt es, dass dieses kleine Instrument doch über einen großen Farbenreichtum verfügt. Die Organisten sind sicherlich gut beraten, wenn sie "vorsichtig" registrieren. Schon der Prinzipal 8' im Hauptwerk ist in der Lage, den Gemeindegesang zu führen.

Die Gemeinde wird vielleicht im Anfang das Gefühl haben, ein sehr lautes Instrument bekommen zu haben - kein Wunder, da man sich an die dünnen Klänge des bisherigen Positivs gewöhnt hatte. Im Laufe der Zeit werden Gemeinde und Organisten sicherlich immer mehr Freude haben an den vielen Möglichkeiten, die hier schlummern.

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